SDGs & BNE

BNE

Der CSA Hof Pente wurde bereits von der Deutschen UNESCO Kommission als offizielles Projekt der Weltdekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ sowie im Rahmen der Weltdekade „biologische Vielfalt“  und im Rahmen des Weltaktionsprogramms ausgezeichnet.

„Der CSA Hof Pente zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigte das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln

Prof. Dr. Gerd de Haan, Wissenschaftlicher Beirat des Weltaktionsprogramms

Der Nationale Aktionsplan fordert neue Wege, die vom Hof Pente in vielfältiger Weise umgesetzt werden.

„CSA Hof Pente – Pädagogische Provinz“ ist ein generationsübergreifender Lebenslernraum, der die optimalen Bedingungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bietet. Kernelement der BNE ist die Gestaltungskompetenz.

„Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können.“(www.bne-portal.de)

1. BNE ist beim Hof Pente als Organisatorisches Grundprinzip verankert

Hof Pente ist eine ganzheitliche Organisation, die beispielhaft, nachhaltige Praxisfelder (von Landbau, Produktion, Handel, Konsum, Waldkindergarten, Freie Hofschule und Ausbildung) verbindet, und transformiert. Dabei wird in umfassender Weise die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung unterstützt. Von den Akteuren (den Mitarbeitern, den Mitgliedern der Versorgungsgemeinschaft, den Eltern des Kindergartens, den Auszubildenden und Praktikanten, bis hin zu den Lehrern und Eltern der sich in Gründung befindenden Schule), sind alle in unterschiedlichen Beteiligungsebenen in den Entwicklungsprozess des Lernortes „CSA Hof Pente“ involviert. So wird gemeinsames Lernen voneinander und Miteinander gefördert und zur Grundlage der Lernprozesse entwickelt.

Die Beteiligten (von Mitarbeitern, CSA-Mitgliedern, Kindern, Eltern, Auszubildenden, ehrenamtlichen Helfern bis hin zu Interessenten die unsere Internetseite besuchen) tauschen sich über die Entwicklungen auf dem Hof aus und Entwickeln die Organisation anhand der Nachhaltigkeitsziele und den ökologischen und politischen Rahmenbedingungen weiter. Dabei werden gemeinsame Leitbilder und Handlungsstrategien erarbeitet. Das bietet die Grundlage für die vorausschauende Entwicklung des Projektes und das Einbeziehen der Beteiligten in ein gemeinsames Planen und Handeln. Wichtiger Bestandteil ist die praktische und theoretische Einbindung der Mitglieder in die kollektiven Entscheidungsprozesse. Ein Erfolgselement zur Entwicklung der Gestaltungskompetenz ist bei unserem Projekt die Möglichkeit, ein praktisches Feedback für die Kaufentscheidungen, Planungen und Handlungen in Form der Hofentwicklung erleben zu können. Dadurch werden auch die Bedingungen für die Entwicklung einer Empathiefähigkeit geschaffen. Die vielseitigen Handlungsfelder vom sozialen Miteinander, über ökonomische Fragen, bis hin zur Ökologie, Ökonomie, Biodiversität, Landschaftsgestaltung, Bodenentwicklung, Züchtung, Transport und regenerative Energien bieten die Möglichkeit, interdisziplinäre Erkenntnisse direkt mit dem Alltag zu verbinden.

2. Qualitätsentwicklung:

Zur Evaluation und Qualitätsentwicklung bei der Umsetzung der Ziele der ganzheitlichen Transformation wenden wir verschiedene Monitoring- und Selbstprüfungsinstrumente zur Hand. Unsere ganzheitliche Bildungsarbeit wird evaluiert durch das Institut Dialog Transnational. Im Sinne der Aktionsforschung und der Dialogprozessarbeit reflektieren wir die Prozesse unserer Organisation und entwickeln sie gemeinsam weiter. Kernelement der sozialen Prozesse beim CSA Hof Pente Projekt bildet das Erüben der dialogischen Haltung. Dabei geht es darum, einen Begegnungsraum zu schaffen, in dem es nicht um „Recht haben“ und das „Durchsetzen der eigenen Meinung“ geht, sondern um den Austausch und das Zusammentragen von Erfahrungen, um weltoffen neue Perspektiven zu integrieren und neues Wissen zu erhalten.

Die Tätigkeiten der Land- und Gartenbaulichen Produktion werden quantifiziert und transparent auf Basis anerkannter Modelle bewertet (FAO, SAFA). Der Schwerpunkt liegt auf Klimaschutz durch Emissionsvermeidung und Bodenaufbau, Wasserschutz durch ökologischen Landbau, Schutz und Vermehrung der Biodiversität, Gesundheitsaspekte und Auswirkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Daten werden im Sinne einer „Wahren Kostenrechnung“ von SMI Soil & More International zusammengestellt und ausgewertet.

3. Jugend:

„Kinder brauchen Lernorte wie den CSA-Hof Pente“, so der Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther. Denn hier ist ein idealer Lernort, handlungsorientiert, sinnvoll, verstehbar, mit neuen ökonomischen Ansätzen und naturnah. Kinder und Jugendliche werden auf dem Lernort „Hof Pente“ auf unterschiedliche Art und Weise an den Entwicklungen der Prozesse beteiligen. Sie reicht von der Möglichkeit des Mitwirkens im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft für Mitglieder, der Mitarbeit im Rahmen von Praktika, bis hin zur Entwicklung eines Schulkonzeptes das auf einer intensiven Mitgestaltung und Partizipation der Jugendlichen basiert.

4. Lehr- und Lernangebot:

Hof Pente hat einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Das wird sowohl in der Öffnung des Ökologischen Landwirtschaftsbetriebes für die 350 CSA Mitglieder, den vielfältigen Seminaren, der Ausbildungsseminare, aber auch in der Integration des eigenen Waldkindergartens und der gemeinsamen Entwicklung der Freien Hofschule Pente zur Modellhaften Umsetzung von BNE deutlich.

5. Schulungen bzw. Weiterbildungen:

Die Tätigkeitsfelder des Hof Pente folgen einem Plan zur strukturierten BNE-Kompetenzentwicklung für Menschen unterschiedlichster Beteiligungsebenen. Schulungen werden wöchentlich durchgeführt.

6. Bewirtschaftung:

Die Bewirtschaftung unseres Lernortes (d.h. Verpflegung, Bewirtschaftung, Beschaffung, Ressourcenmanagement, Gestaltung des Lernumfelds) orientiert sich an Nachhaltigkeitsgrundsätzen. Die Zertifizierung nach DEMETER Richtlinien wird auch kenntlich gemacht. Insbesondere wird die nachhaltige Bewirtschaftung sogar in dem Lernangeboten (Fortbildungen, Seminare, Hofführungen, im eigenen Waldkindergarten und in der Freien Hofschule Pente) zum Gegenstand gemacht.

7. Innovation/Wandel und Vernetzung:

Hof Pente versteht BNE und nachhaltige Entwicklung als Motor, um Innovation und Wandel voranzubringen. Daher öffnen wir uns unserem Umfeld und pflegen nationale und internationale Partnerschaften im Bereich BNE bis hin zur Beratung anderer interessierter Institutionen.

8. Kommunikation:

Wir kommunizieren unsere Anliegen zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsziele nicht nur auf Hofführungen und Vorträgen, Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und Hörfunk, sondern auch in TV Beiträgen und Youtube-Kanälen.

SDGs & Hofpente

Die Vereinten Nationen setzten im letzten Jahr 17 Ziele  für nachhaltige Entwicklung in Kraft, die „Sustainable Development Goals“ (SDGs).  Damit sind soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen von Nachhaltigkeit beschrieben, als politische Rahmenbedingungen für die Entwicklung bis 2030. Wesentliche Themen sind Gerechtigkeit und Chancengleichheit, eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressour­cen sowie „well-being“ – ein gesundes und glückliches Leben überall auf der Welt. Der Hof Pente Campus unterstützt die Umsetzung dieser Ziele auf umfassende Weise.

Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft baut beispielhaft Brücken zwischen den Einkommensschichten und ermöglicht die Teilhabe und den Zugang zu Ressourcen auch für Ärmere. Es schafft durch sein solidarisches Wirtschaftskonzept direkte Begegnungspunkte für Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Ausstattungen.

Die Lebensmittelproduktion auf dem Hof Pente orientiert sich an dem Modell der Kreislaufwirtschaft, dadurch werden weniger Futtermittel aus Entwicklungsländern benötigt, dies führt dazu, dass dort mehr Lebensmittel für die eigene Versorgung der Menschen angebaut werden können. Das Bildungskonzept der Freien Hofschule Pente führt zu einer bewussteren Ernährung und zu einem verminderten Fleischkonsum. Dadurch stehen mehr Flächen für die Lebensmittelproduktion für Menschen zur Verfügung. Das Konzept erhöht Regionale Ernährungssouveränität und die Resilienz.

Zentrale Punkte der Freien Hofschule Pente sind die Kultivierung eines gesunden Ökosystems, die Sicherung des Zugangs zu einer gesunden Kulturlandschaft und die Produktion gesunder Lebensmittel.

Die Freie Hofschule Pente versteht sie sich als regionaler Lernort und gewährt unterschiedlichen Altersstufen den Zugang zu inklusiver, gerechter und hochwertiger Bildung. Dadurch steht sie handlungspraktisch für ein lebenslanges Lernen.

Der achtsame Umgang im Miteinander ist in der FREIEN HOFSCHULE PENTE nicht nur ein theoretisches Bildungskonzept, es druckt sich durch die Grundlage der Solidarischen Landwirtschaft auf Hof Pente ganz praktische um Umgang mit dem Boden, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen aus. Diese gelebte Achtsamkeit bildet hier auch die Basis für den gleichwertigen Umgang mit den Geschlechtern.

Ein bewusster Umgang mit Düngung und Bodenentwicklung bilden auch in der FREIEN HOFSCHULE PENTE die Grundlage für sauberes Wasser. Das Verständnis für eine ökologische Sanitärversorgung spielen nicht nur eine Rolle im Bildungsplan, sie werden auch handlungsorientiert umgesetzt, beispielsweise in der Entwicklung, Benutzung, Handhabung und Pflege von Komposttoiletten.

Der HOF PENTE ist im Osnabrücker Land Vorreiter für bezahlbare und saubere Energien. Hier wurde die erste Windkraftanlage im Landkreis aufgestellt, mittlerweile ist dieser Prototyp ins Deutsche Windkraftmuseum umgesiedelt. Auch eine der ersten Holzhackschnitzelanlagen wurde hier eingesetzt. Durch Holz und Sonnenenergie produziert die Schule die Energie die sie auch benötigt.

Die beispielhafte, transparente und solidarische Wirtschaftsweise vom HOF PENTE bildet die Grundlage für menschenwürdige Arbeit und für ein vertieftes Verständnis von nachhaltigem Wachstum. Sie stellen die Bildungslandschaft der Freien Hofschule Pente dar.

HOF PENTE ist ein Modell für eine widerstandsfähige Infrastruktur. Die Werkstatt der FREIEN HOFSCHULE PENTE ist ein Innovationszentrum für Changemaker. Hier wurde die erste Windkraftanlage im Osnabrücker Landkreis entworfen und gebaut. Eine Pneumatische Dammkultursähmaschine wurde entwickelt. Hier finden regelmäßig Technik und Schweißerkurse für Landwirtinnen und Gärtner für nachhaltige innovative Agrartechnik statt, außerdem lernen hier Auszubildende selbstständig neue Agrartechnik zu entwickeln. Ebenso stellt sie exemplarische im Kleinen – aber mit breiter Außenwirkung – dar, wie eine nachhaltige, innovative Industrialisierung entwickelt werden kann.

Um Ungleichheit abzubauen gilt es, inklusive Begegnungsräume zu schaffen. Das ist ein Grundanliegen der FREIEN HOFSCHULE PENTE und wird hier beispielhaft umgesetzt. Auch das Pädagogische Konzept fördert die individuellen Potentiale so wie die gemeinsame Begengung.

Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft bietet mit dem Thema Nachhaltige Ernährung & Bildung, einen konkreten und konstanten Kristallisationspunkt für zahlreiche Nachhaltigkeitsinitiativen um Urbanen Raum.

Ein zentrales Thema der Solidarischen Landwirtschaft ist die Entwicklung von Verantwortungsübernahme für nachhaltige Ernährungsmuster und nachhaltige Landwirtschaftliche Produktionsmuster. Dies bietet die Grundlage für die Entwicklung weiterer nachhaltiger Handlungsmuster.

Zahlreiche Maßnahmen zum Klimaschutz werden hier beispielhaft umgesetzt: Einsatz Regenerativer Energien, Humusaufbau (zur CO2 Bindung) und zur Verbesserung der Wasserhalte und -Aufnahmekapazität, Reduktion des Energieeinsatzes, effiziente Produktions- und Verteilungssysteme…

Düngung in Maßen so wie der Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und Pflanzengiften stellen wichtige Maßnahmen zum Schutz des Lebens im Wasser dar.

Die Förderung und Entwicklung von Artenvielfalt ist eines der Ziele der Wirtschaftsweise auf HOF PENTE. Neben der extrem hohen Vielfalt an Kulturpflanzen und Tieren, konnten insbesondere im Bereich Vogel- und Insektenvielfalt bahnbrechende Erfolge nachgewiesen und publiziert werden.

HOF PENTE setzt sich für Frieden ein, so wurden mehrere Standardwerke für Dialogische Begegnung und Kommunikation von dem Hof Pente Team verfasst (Dialogische Intelligenz; Miteinander Denken – das Geheimnis des Dialogs), auch der erste Global Peacebuilder Summit wurde von Dr. Tobias Hartkemeyer 2016 als Dialog Facilitator in Berlin im Auswertigen Amt begleitet.

Das Hof Pente Team ist intensiv mit der Vernetzung mit anderen Bewegungen und Initiativen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beschäftigt (siehe auch Punkt 2.2.1.)

Inner Development Goals

Die 17 Nachhaltigkeitsziele sollen Aspekte einer besseren Zukunft für alle darstellen. Doch bei der Erreichung dieser objektiven Ziele werden kaum Fortschritte gemacht. Wir sind der Meinung, dass eine positive Transformation beim Subjekt, bei mir selbst, bei Meiner Haltung und meiner Beziehung zu den Anderen beginnt. Es ist ein Prozess der Dialogischen Intelligenz und Intelligenz erweist sich als keine individuelle Fähigkeit, sondern ist immer das Ergebnis des Austausches von Wissen und Erfahrungen mit anderen Menschen. Wir sind also auf diesen Austausch angewiesen. Wenn er nicht funktioniert, verblöden wir kollektiv.

Initiative Inner Development Goals (IDGs = Innere Entwicklungsziele) ist eine globale Initiative, die sich darum bemüht, Menschen und Organisationen bei der Entwicklung der inneren Fähigkeiten, Fertigkeiten und Qualitäten zu unterstützen, die wir für ein Fruchtbares Miteinander benötigen, um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) gemeinsam erreichen zu können.

Mit dem was wir auf dem Hof Pente gemeinsam versuchen in die Praxis bringen, wollen auch wir Menschen inspirieren und befähigen, eine positive Kraft für den Wandel in der Gesellschaft zu sein.

Wie

Die IDGs-Initiative hat Co-Kreation im Mittelpunkt mit laufender Entwicklung und Beiträgen von immer mehr Experten, Wissenschaftlern, Praktikern und Organisationen auf der ganzen Welt. 2021 wurde der erste IDGs-Bericht veröffentlicht, der mit 5 Kategorien und 23 Transformationskompetenzen den Hintergrund, die Methode und den Rahmen erläutert.

Hier geht es zu den 5 Kategorien mit 23 Fähigkeiten und Qualitäten (Link)

https://www.innerdevelopmentgoals.org/framework